Käferzucht Dresden
Alles rund um die Käferzucht

Die Käferzucht

Zu aller erst sollte man sich genau überlegen, wieviel Zeit kann ich eigentlich für mein zukünftiges Hobby aufbringen. Denn gerade die Käferzucht braucht doch einiges an Zeit. Zumindest, wenn man über mehr als 3 oder 4 Käferarten verfügt.

Wenn die Frage der Zeit geklärt ist, sollte man sich genau Gedanken darüber machen, wie fange ich an? Käfer oder Larven? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, ich würde immer mit Käfern anfangen. Ich selber habe mit Larven angefangen und es ist doch eine lange Zeit, bis sich aus der Larve auch ein Käfer entwickelt. Na gut, ich habe mit Larven angefangen, die relativ lange als Larve ihr Dasein fristen, bevor sie sich verpuppen. Wenn man z.B. mit Pachnoda Arten oder Eudicella Arten beginnt, dauert die Zeit von der Larve bis zum Käfer nicht so lange. Aber hier rückt wieder der Zeitfaktor in den Vordergrund. Larven benötigen einen nicht so hohne Zeitaufwand wie Käfer. Larven können auch mal 4 Wochen ohne das Zutun vom Züchter auskommen. Außer man hat Larven wie z.B. Goliathus ssp. bei denen muss man schon alle 2 Tage mal reinschauen und die Tiere mit Zusatzprotein füttern. Sonst kommen Larven auch gut alleine zurecht. Das A und O ist ein gutes Zuchtsubstrat.


Substrate

Sind die Grundlage für eine gute und nachhaltige Käferzucht.

Das Substrat dient den Käfern sowie den Larven als Nahrung, zur Eiablage und als Rückzugsort. Eine genaue Mischung aus den verschiedenen Substratbestandteilen wie z.B. Laubwaldhumus und weißfaulem Holz ist sehr wichtig.


1. Laubwaldhumus

      2. weißfaules Holz

    3. Flake soil


(zum Vergrößern Bild klicken)




Aber was sind nun die einzelnen Bestandteile:


1. Laubwaldhumus

Ist die erste Schicht von Waldboden, die sich direkt unter dem heruntergefallenen Laub befindet. Sie ist nicht dick, zwischen 2cm - 5cm in einzelnen Fällen auch mal 10 cm. Diese Schicht ist relativ flufig in der Hand und nicht so fest wie der darunter liegende Waldboden. Im Laubwaldhumus befinden sich alle Stoffe, die für die Aufzucht der Käfer und der Larven wichtig sind. Denn in dieser Schicht liegt das verottete Laub vom Vorjahr und noch von den Jahren davor. Wichtig ist zu wissen, dass man nicht einfach losgehen darf in den nächsten Wald und sich wahrlos das Substrat mitnehmen kann. Denn gerade diese Schicht bietet vielen Kleininsekten einen optimalen Lebensraum. Aber auch Pflanzen wachsen in dieser Schicht. Am besten hat man einen bekannten Förster oder Waldinhaber, bei dem man sein Substrat besorgen kann. Wenn das Substrat zu hause ist, ist es nicht gleich einsatzbereit, sondern sollte erstmal richtig getrocknet werden und dann im Anschluss noch gehäckselt. Dann kann man sich sicher sein, dass das Substrat frei von ungewollten Kleininsekten ist, die den Käfern oder Käferlarven gefährlich werden könnten. Nun ist das Substrat einsatzbereit. Es sollte nun noch weißfaules Holz mit reingegeben werden, damit die Käfer und Käferlarven ordentlich fressen können.


2. weißfaules Holz

Weißfäule entsteht, wenn Pilze neben Cellulose überwiegend Lignin abbauen. Übrig bleibt die hell gefärbte Cellulose. Dadurch findet meist eine deutliche Aufhellung der Holzfarbe statt. Das Holz nimmt eine faserige Konsistenz an und verliert im Endstadium vollständig seine Festigkeit. Dieses Holz ist das geeignete Futter für fast alle Larven und teilweise auch für die Käfer. Zu finden ist dieses Holz in allen Wäldern. Am besten für die Käferzucht hat sich Buche oder Eiche rausgestellt. Aber aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass auch andere Holzarten gerne angenommen werden.


3. Flake soil

Ist ein wichtiges Zuchsubstrat für viele Käferarten und lässt sich sehr einfach selber herstellen. Es handelt sich hierbei um Holz (Sägespähne / Sägemehl), das durch einen Prozess der Fermentation umgewandelt wird. Dabei wird das sogenannte Lignin, der Bestandteil des Holzes, der für die Larven und Käfer nicht verdaulich ist, durch Bakterien abgebaut. Nach dem Prozess steht nun die Zelluslose für die Larven und Käfer bereit. Das ist der Bestandteil, den die Tiere brauchen und gut verdauen können. Heute ist man eigentlich fast ganz vom herkömmlichen Mix aus Laubwaldhumus und weißfaulem Holz weg und zieht die Tiere nur noch in reinem Flake soil auf.


Wie funktioniert nun der Prozess der Fermentation?

Hierfür würde ich Ihnen gern ein Video von zur Verfügung stellen, das Ihnen genau zeigt, wie die Herstellung von Flake soil im einzelnen funktioniert:


                                


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