Käferzucht Dresden
Alles rund um die Käferzucht

Goliathus goliatus

Herkunft: Ost-, bis Westafrika (Uganda, Tansania, Nigeria, Kamerun etc.)

Größe: 50mm - 110mm

Generationsdauer: 10 - 15 Monate (vom Ei bis zum adulten Käfer)


Zuchtrelevante Informationen:


Luftfeuchtigkeit: 60 - 80%

Lufttemperatur: 18 - 25°C

Substrattemperatur: 18 - 25°C

Aktivität: Tagaktiv



Die Aufzucht

Dieser wunderschöne afrikansiche Rosenkäfer befindet sich bei mir nun seit September 2014 in der Zucht. Diese Käferart gehört durch seine Größe zu einem der größten Rosenkäferarten der Erde. Die Zucht dieses Käfers ist sehr aufwendig und nicht für Anfänger geeignet. Die Larven leben bei mir in 3,5 L Boxen. Das Substrat besteht aus Laubwaldhumus und weißfaulem Holz. Wenn die Larven das Gewicht von 40g überschritten haben, werden sie in ein etwas trockeners Substrat verbracht. Denn für den Kokonbau und die anschließende Verpuppung benötigen die Tiere etwas mehr Trockenheit. So wie sie es aus ihrem normalem Umfeld in Afrika gewöhnt sind. Ich habe gute Ergebnise erzielt, indem ich den Larven jeden zweiten Tag Katzenfutterpellets mit auf das Substrat gegeben habe und die Menge dokumentiert habe, damit ich bei der nächsten Fütterung auch weiß, wieviel Katzenfutterpellets die Tiere gefressen haben. Dieses Katzenfutter wird von den Tieren aufgenommen und es werden größere Käfer schlüpfen. Viele Züchter halten diese Art von Aufzucht für veraltet und ziehen die Larven in Flake soil groß. Ich selber habe die Tiere nur in Laubwaldhumus gemischt mit weißfaulem Holz groß gezogen und bin mit dem Ergebnis ganz zufrieden. In meiner Zucht kommt es mir nicht auf die Größe der Tiere an, sondern das gesunde und intakte Käfer aus den Kokons schlüpfen. 

In dem nachfolgenden Video zeige ich Ihnen eine Larve, die sich kurz vor dem Kokonbau befindet und mit der sogenannten "Larvenwanderung" begonnen hat. Wozu die Larvenwanderung dient ist noch völlig unklar. Man geht davon aus, dass sich die Larve den perfekten Ort für die Verpuppung sucht. Die Larven dieser Käferart werden relativ groß und schwer (kurz vor der Verpuppung zwischen 70 - 100g). Diese Tiere sind in der Lage sich auf ihren Hinterleib zu stellen und rein durch Kraft z.B. den Zuchtbehälter zu öffnen. Wie so etwas aussieht, sehen Sie nun:


Viele Züchter sind oftmals verwundert wo ihre Tiere hin sind. Auch ich habe diese Erfahrung machen dürfen. Eine Larve hat sich aus ihrem Aufzuchtbehälter befreien können und war verschwunden. Ich habe den gesamten Zuchtraum auf den Kopf gestellt aber konnte das Tier nicht wieder finden. Nach ganzen acht Tagen fand ich die Larve. Das Tier war noch sehr agil und fit. Ich habe es dann sofort in ihren alten Aufzuchtbehälter verbracht. An diesem Beispiel kann man sehen, wie zäh die Tiere sind. Acht Tage ohne Flüssigkeit und Nahrung und die Larve hat immer noch gelebt. 

Wenn also die Larve im L3 Stadium ihre Wanderphase durchlaufen hat und einen geeigneten Ort für den Kokonbau gefunden hat, fängt sie an diesen zu bauen. Nun sollte man darauf achten, das der Kokon richtig trocken und gut gelüftet gelagert wird. Hier soll die heimische Umgebung nach gestellt werden. Das Puppenstadium von Goliathus goliatus. beträgt ca. 8 - 10 Wochen. Nun befindet sich in dem Kokon der Käfer, der gerade seine Metamorphose abgeschlossen hat. Das Tier benötigt jetzt noch eine ca. 3 - 4 Monate dauernde Trockenruhe. Nach ca. 5 Monaten sollte der Kokon wieder in feuchtes Substrat verbracht werden. Die Feuchtigkeit des Substrat gelangt langsam in den Kokon und simuliert dem Käfer die Regenzeit. Nun sollte innerhalb von einigen Tagen bis hin zu Wochen der Käfer aus seinem Kokon schlüpfen. Ist das nicht der Fall, sollte man das Substrat nochmals nachfeuchten. 

Bild 1 Kokon

Bild 2 Larve im Kokon


Auf Bild 1 ist nun sehr schön der Kokon von Goliathus goliatus zu erkennen. Die Larven nutzen gelegentlich die Behälterwand in dem sie leben als unterstützung für ihren Kokonbau, sowie es hier nun zu sehen ist. Die Larve klebt also ihren Kokon regelrecht an die Behälterwand.  Auf dem Bild 2 kann man gut erkennen, wie der Kokon am Boden des Larvenbehälters angeklebt wurde. Außerdem sieht man nun die Larve, die langsam in dem Kokon mit der Metamorphose zum Käfer beginnt.


Die Käfer

Die Käfer selber sind relativ unkompliziert. Bei mir leben jeweils 2 Pärchen in einer 65l Box. Wichtig ist hierbei, dass die Substrathöhe mindestens 30 cm besser noch 40 - 60 cm beträgt. Denn die Weibchen mögen es, sich richtig tief ins Substrat zu vergraben um ihre Eier abzulegen. Ich habe bewusst nur zwei Pärchen in eine Box verbracht, da sich die Weibchen untereinander auch gerne mal stören während der Eiablage. Die Box habe ich mit einer Grundschicht von ca. 5cm Schwarztorf versehen und dieses gut am Boden der Box verpresst. Darauf kommt nun eine Schicht Laubwaldhumus gemischt mit weißfaulem Holz ca. 15 cm. Auf diese Schicht lege ich nun große weißfaule Holzstücke, damit die Larven aber auch die Käfer daran fressen können. Den Rest der Box fülle ich nun mit einem Gemisch aus Laubwaldhumus und weißfaulem Holz auf. Fertig ist die Zuchtbox für meine Goliathus goliatus Tiere.

Die Käfer bekommen bei mir regelmäßig frisches Obst auf das Sustrat gelegt. Aber auch Beetle Jelly (spezielles Käferfutter) wird von den Tieren gerne angenomen. Wichtig gerade bei Goliathus goliatus ist, dass die Tiere auch die Möglichkeit haben, zu fliegen. Gerade Rosenkäfer sind begnadete Flugmeister. Außerdem fördern regelmäßige Flugeinheiten die Eiablage bei den Weibchen. Zudem sollten in der Box einige Klettermöglichkeiten für die Tiere angebracht sein (ich verwende Kirschholzäste). In ihrer natürlichen Umgebung leben Goliathus goliatus eigentlich auf Bäumen. Das Substrat in der Box sollte eine mäßige Feuchtigkeit aufweisen, lieber ein bißchen trockener.

Zur Zeit habe ich diese Art und Unterarten nicht mehr bei mir in der Zucht. Ich habe mich aus zeitlichen Gründen dazu entschieden, einige Arten aus meiner Zucht zu nehmen, um mich auf spezielle Arten besser zu konzentrieren und bessere Zuchterfolge zu erzielen.